Ausgangssituation |
Low Budget Realisierung |
Weitere Türen |
Die Werkstatt-Luxusvariante |
Sesam schließe dich nicht |
Wenn ich in
die Werkstatt gehe, habe ich oft beide Hände voll (mit tollen neuen/alten Sachen).
Die Türklinke mit dem rechten Fuß runterzudrücken geht zwar, wird aber
von Jahr zu Jahr mühseliger. Also lasse ich die Tür immer offen.
Wenn ich
nun kräftig am wirken bin, verteilt sich der Staub, der Krach und auch mancher Brandgeruch
(vom Buchenholz mit stumpfem Blatt sägen, oder was dachtet ihr?) im ganzen Haus.
Also muss die Tür eigentlich immer zu sein.
Das ganze könnte man prima automatisieren. Mit Motoren oder sogar pneumatisch, mit Passiv-Infrarot-Melder zur Flurseite und Lichtschranke auf der Innenseite. Aber bis ich dazu komme, so was zu bauen, muss es mal so gehen:
Im Detail:
Oben in
der Tür ist ein Nagel.
Von dort läuft ein Seil (Hochseeangelschnur) zu einer Rolle, die mit einer Seilschlaufe an eine Spax-Schraube in der Wand angebunden ist.
unten an dem Seil hängt ein Gewicht (irgendwas schweres aus Metall). Es ist mit Gewebeklebeband umwickelt, damit es keine Spuren an der weißen Wand macht und ein eventuelles klappern verhindert.
Das Gewicht zieht die Tür nur fast zu. Die Klinke rastet also nicht ein. Jetzt ist die Tür immer automatisch (fast ganz) zu, ich kann sie aber von Außen einfach aufdrücken.
Offen sieht das dann so aus:
Wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich noch einen Magnetschnapper auf den Boden schrauben, so dass die Tür auch mal offen stehen kann, ohne dass ich z.B. eine volle Bierflasche davorstellen muss, wenn ich ein fertiges Teil beidhändig aus der Werkstatt tragen will.
Der Türschließer hat sich so bewährt, dass ich ihn auch für die Terrassentür eingesetzt habe.
Aus einer Rohrschelle und einem Kunststoffzylinder entstand...
...ein Haufen Späne und eine Umlenkrolle.
Die Rolle ist am Sonnenschirm angebunden.
Ein Seilende hält sich mit einer Schlaufe an einem der Schließbolzen an der Tür fest, am anderen Ende hängt - kaum zu sehen - ein ordentliches Stück Rundstahl als Gewicht.
Jetzt ist die Tür auch nach mehrmaligem Durchgang einer Horde Kinder immer wieder zu. Das sollte es den lästigen Insekten erheblich schwerer machen, in das traute Heim einzudringen!
Aufgrund des
baumelnden Gewichts und dem gespannten Seil gibt's aber trotzdem nur ein
Was für die Terrassentür
grade noch so durchging, ist z.B. für die Küchentür undenkbar! Ein Seil durch
den Flur, mit 'ner Rolle und 'nem Gewicht dran endet mit Sicherheit in einem tiefroten
Also
kam dort so'n kommerzieller Kram dran:
Und das man muss den Dorma-Leuten
lassen: funktionieren tut das Ding echt super, so dass es ein schönes
bekam.
Da über der Tür zu meiner Werkstatt ein Regal für den mittlerweile überquellenden Krempel angebracht werden musste, war die Umlenkrolle für das Seil fehl am Platz. Also gab es ein Redesign:
Zu der Originalrolle kam platzsparend ein Fischer-Technik Exemplar. Das Gewicht wurde durch 170g Rundstahl ersetzt und zur Ruckvermeidung eine Spiralfeder in das Seil eingeschleift.
Aber der Clou an dem neuen Gewicht ist, dass jetzt nix mehr von ihm zu sehen ist:
Das leere Installationsrohr dient als Führung und sorgt dafür, dass man von dem rauf- und runterfahrenden Gewicht nix mehr sieht. Und jetzt kann sich das Gewicht auch nirgends mehr verklemmen!
Manchmal ist es doch unpraktisch, wenn die Tür dauernd zu ist. Daher habe ich eine der Installationsrohrschellen (Obo-Klemme) unten an die Tür gespaxt. So etwa 25cm vom Scharnier entfernt.
Bei voll geöffneter Tür (bei mir geht's wegen dem Regal nur bis 90 Grad) greift sich die Klemme ein Stück 12mm Alu-Rohr - und schon bleibt sie offen!
Das Rohr ist mit einer 5x80mm Spax-Schraube am Boden festgedübelt. Damit das Ganze etwas Stabilität bekommt, sind ein paar Federringe über die Schraube geschoben, damit das Rohr auch unten gehalten wird.
Zusätzlich habe ich das Teil mit Polystyrol festgeharzt. Dazu wurde ein paar Tage vorher eine Styroporrest in Aceton aufgelöst (hui wie das brodelt). Nachdem das Polystyrol sich unten abgesetzt hatte, konnte man das Aceton weitgehend abgießen.
Hier eine Demonstration der Konsistenz:
Der Glibber wird nach wenigen Minuten wie Knetgummi und lässt sich
prima auf alles mögliche schmaddern.
Daraus
bekommt die Schraube ein feines Mäntelchen!
Die blauen Partikel sind bloß Farbreste, die das Aceton aus der (fast) leeren Abtönfarbenflasche gelöst hat, die ich zur Aufbewahrung der Masse benutzt hatte, bevor der Krempel in die schöne braune Glasflasche umgezogen ist.
Jetzt das Rohr drüber, wodurch sich das leicht klebrige Zeug natürlich nach unten schiebt...
.. und einfach den rausgequaddelten Rest abgepult.
Nun muss ich nur noch ein paar Tage
warten, bis das Aceton
ganz raus und damit das
Zeugs durch und durch glashart geworden ist.
Kommentieren | Startseite |
Diese Seiten sind darauf optimiert mit möglichst jedem Browser zu funktionieren.
Aber der Seitenquelltext (strg-U) sieht auch interessant aus, zumindest wenn man ihn mit einem Monospace Font in sehr kleiner Schriftgröße betrachtet.